Frey, Wilhelm

Quellenangabe

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 388

Kurzbiografie

Wilhelm Frey aus Mannshaupten wurde am 3.3.1895 geboren. Er übte den Beruf des Landwirts aus. Am 20.5.1915 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und absolvierte in Schwäbisch Gmünd die Ausbildung. Ab Frühjahr 1916 befand er sich an der Westfront und wurde am 7. Oktober 1916 verwundet, weshalb er nach Anklam in Pommern ins Lazarett verlegt wurde. Ab Frühsommer 1917 war er dann an der Westfront in Flandern eingesetzt und dabei am linken Oberarm verwundet. Am 26.11.1918 wurde er aus dem Kriegsdienst entlassen und mit dem Eisernen Kreuz II ausgezeichnet.

Feldpostkarte, 29. Mai 1915

  • Absendeort: Schwäbisch Gmünd
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier                  

Werter Herr Pfarrer! // Teile Ihnen freundlichst // mit, daß ich den Brief // erhalten habe, wofür ich // bestens danke. Es geht mir // bisher ordentlich. Jedenfalls // werden wir auch noch ins // Feld ziehen müssen. // Mit Gruß // Wilhelm Frey.

Feldpostkarte, 24. Juni 1915

  • Absendeort: Schwäbisch Gmünd
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Werter Herr Pfarrer! // Ihren Brief habe ich dankend // erhalten. Es geht mir bisher // gut, bin gesund u munter // was ich auch vom Herrn // Pfarrer hoffe. // Viele Grüße sendet // Musketier // Wilhelm Frey.

Feldpostkarte, 2. August 1915

  • Absendeort: Schwäbisch Gmünd
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Werter Herr Pfarrer! // Euer reich enthaltenes Heft= // lein u. Brief habe ich er= // halten, wofür ich meinen // besten Dank ausspreche. // Es geht mir immer soweit // ordentlich, wir haben halt // immer strengen Dienst. // Werden jedenfalls auch //  bald hinausziehen müssen // um den Feind, follends helfen // niederzuringen. Wilhelm Frey.

Feldpostkarte, 27. August 1915

  • Absendeort: Schwäbisch Gmünd
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Werter Herr Pfarrer // Euren Brief habe ich erhalten, // wofür ich bestens danke. Es // geht mir in Gmünd immer // gut, bin immer gesund und // munter, was ich auch vom // Herrn Pfarrer hoffe. Wann // wir ins Feld kommen, wissen // wir noch nicht bestimmt, jeden= // falls wird es nicht mehr lange // anstehen. // Die besten Grüße // Wilhelm Frey.

Feldpostkarte, 6. Dezember 1915

  • Absendeort: Schwäbisch Gmünd
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Sehr geehrter Herr Pfarrer // Ihren werten Brief // habe ich erhalten. // Ich mache vielmals meinen // besten Dank für Ihre // große Mühe. // Mit Gruß // Musketier // Wilhelm Frey.

Feldpostkarte, 4. April 1916

  • Absendeort: Frankreich
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Werter Herr Pfarrer! // Es ist nun auch der Ruf an // mich gekommen, hinaus zu // ziehen ins Felde gegen den Feind. // Wir sind in einem Ort hinter der // Front einquartiert, kommen aber jetzt in // Stellung. Auf fröhliches Wiedersehen W. Frey.

Feldpostkarte, 21. April 1916

  • Absendeort: -
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Werter Herr Pfarrer! // Einen Gruß vom Feindeslande sendet // Ihnen Musk. Wilhelm Frey. Es geht mir // bisher gut. Wir sind in Stellung, den // Engländer gegenüber. Es ist heute der // Karfreitag, wir in unseren Schützengräben // wissen ja nicht viel davon. Man hört hier keine // Glocken läuten in die Kirche, nur der Kanonendonner // schallt in unsere Ohren. Auf Wiedersehen Wilhelm Frey.

Feldpostkarte, 11. Mai 1916

  • Absendeort: Schützengraben
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Werter Herr Pfarrer! // Euren lieben Brief habe ich erhalten, // danke Ihnen besten dafür. Es geht // mir bisher immer gut, bin gottlob auch // immer gesund. Es ist bei uns so ziemlich // ruhig, immer zeiten weise bekommen // wir starkes Artillerie und // Minenfeuer. Wir stehen nun // in ernster Zeit. Sind ja keine // Minute mehr sicher wann uns // das Leben genommen wird. Viele Grüße // Wilhelm Frey. // Auf Wiedersehen.

Feldpostkarte, 6. Juni 1916

  • Absendeort: Schützengraben
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Werter Herr Pfarrer // Teile Ihnen mit, daß ich // Ihren lieben Brief erhalten // habe, wofür ich bestens danke. // Geht mir Gott sei Dank noch // immer gut, bin auch immer gesund // u. in mancher Gefahr // glücklich hindurch gekommen // Wir sind ja immer in fordester // Stellung, bekommen viel // Artilleriefeuer. Die besten Grüße // Auf Wiedersehen Musketier // Wilhelm Frey.

Feldpostkarte, 12. Juli 1916

  • Absendeort: -
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Werter Herr Pfarrer! // Will Ihnen auch wieder einige Worteschreiben vom // Feindeslande. Schon 2 Briefe habe ich erhalten, wofür // ich bestens danke, habe mich sehr gefreut. Sonst geht es mir // Gott sei Dank noch gut, wo ich ja von Glück sagen kann. // Wir haben ja in letzter Zeit schwere Tage durch zu machen. // Es war ja am 1 Juli als die Engländer Ihre große // Ofensive  ergriffen haben, u. seither entstanden uns // heftige Kämpfe auf der Westfront. Es ist nun wieder // einwenig ruhiger, die Englische Ofensive ist zum schweigen gekommen. // Die besten Grüße Wilhelm Frey. Auf Wiedersehn.

Feldpostbrief, 20. Oktober 1916

  • Absendeort: Anklam
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Werter Herr Pfarrer! // Es ist mir nicht vergönt geblieben, // bei meinen Kameraden zu bleiben, // im Schützengraben. Ich bin am // 7. Okt. verwundet worden, am Arm // auf der Seite, u. am Fuße. Die Ver= // wundungen waren nur leichter, // u. bin bald wieder geheilt. // Ich kann ja nicht genug Gott danken, // daß ich noch so gut davongekommen // bin, hätte ja noch ganz anders // auslaufen können. // Ich befinde mich nun im // Res. Lazarett in Anklam, // Anklam in Pommern. Wir hatten // sehr lange zu fahren hieher. Ich kam // zuerst, nachdem ich verwundet wurd, // zur Krankensammelstelle nach Cambrai. // Wurde dann hier mit noch vielen Kamera= // den eingeladen, fuhren von hier noch // lange auf französischem Boden u. kamen dann ins Belgische an Namur vorbei nach // Achen. Von hier über Berlin, Stettin // nach Anklam. Es geht mir ordentlich, // u. gefällt mir gut. // Will nun mein schreiben schließen, // in der Hoffnung // auf ein baldiges gesundes // Wiedersehen // Musk. Wilhelm Frey.

Feldpostbrief, 25. September 1917

  • Absendeort: Im Felde
  • Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Rgt. Nr. 121, 3. Bataillon, 10. Kompanie
  • Dienstgrad: Musketier

Geehrter Herr Pfarrer // Endlich nach schweren Kämpfen, // will ich meine Gedanken, wieder fassen, // u. ein Brieflein schreiben in die liebe // Heimat. Zuerst vielen herzlichen Dank, für // Ihre lieben Briefe. Es sind nun schon // wieder 3 Monate vergangen, daß ich im // Felde stehe, u. immer noch Krieg, schon geht // es ins vierte Kriegsjahr hinein, u. // heute sieht es nach keinem aufhören // gleich. Wie lange wir noch aushalten // müssen weiß niemand. Wir sind wirklich//nach harten Kämpfen in Ruhe, u. liegen // in der Stadt Cambrai.(1) Es ist eine // schöne Stadt, ungefähr 15. Kilometer, // von der Front entfernt. War auch // schon mal in der Kirche hier. Leider // habe ich in den Kämpfen meinen // lieben Kameraden Karl Baun (2)//verloren, was ich sehr bedaure. Es // war ja keine Kleinigkeit hier oben in // Flandern. Waren 18. Tage hier in Stellung, // Unterstand oder Graben war hier nicht zu sehen // nur Kranattrichter an Kranattrichter, in // welchen wir unsern Schutz suchen mußten. // Zum Teil waren sie noch ganz, oder halb gefüllt // mit Wasser. Dazu hatt es noch einige Tage // geregnet, so daß wir vollständig im Schlamm // stecken blieben. Ich kann ja nur Gott danken, // daß er mir bisher so gut durchgeholfen hatt, // Er wird auch weiter Helfen. // Viele herzliche Grüße sendet // Musk. Wilh. Frey. // Auf fröhliches Wiedersehen

Aktualisiert am: 24.07.2018